Dienstag, 27. September 2016

Wieder daheim!


Still geworden hier…. Pust … Staubig auch :)

Wir waren 14 Tage im Urlaub bei der Oma. Es war großartig. Großartig schön und großartig anstrengend.
Alles fing einen Tag vor dem Urlaub an, als wir abends - keine 12h vor Abflug - erfahren haben, das der Flug nach Frankfurt wegen einer Sicherheitspanne gestrichen wurde. Schnell haben wir eine Bahnverbindung gefunden. Morgens um 3 aufgestanden, Luis auf dem Rücken geschnallt und los zum Bahnhof. Im Zug konnte Luis etwas schlafen. Gegen 9 Uhr ging der Flieger nach Sevilla. Es hat alles wunderbar geklappt. Luis hat Gummibärchen und seine Trinkflasche gegen den Ohrendruck bekommen. 3h in der Luft, der kleine bespaßte die Nachbarsitze. Mit dem Mietwagen sind wir von Sevilla ins kleine Dorf gefahren. Etwa 4000 Einwohner leben dort.  Die ersten 2 Tage waren wir alle ziemlich platt wegen der Klimaumstellung. Dann folgten die heißesten Tage die Andalusien im September je gesehen hat. 43°C tagsüber. Und nachts immer noch knapp 30°C. Wir haben einer dieser Tage am Meer verbracht.
In Matalascanas, Die Reste eines Festungsturmes aus maurischer Zeit liegen im Wasser

Die anderen Tage haben wir im Haus verbracht, denn von 12Uhr bis etwa 18Uhr kann man nicht vor die Tür. Was macht man aber mit einem kleinem unternehmungslustigen Kind, das einem ständig die Sonnencreme und Schuhe anschleppt, und sehr energisch darauf besteht vor die Tür zu gehen?
Am Dorfrand gibt es einen kleinen Park mit Spielplatz und einem Naturkundemuseum. Der Park ist mit riesigen Pinienbäumen beschattet und der Boden liegt voller Zapfen, Rindenstücken und den langen Nadeln. Luis fand es dennoch super zum Buddeln. 
Im Hof haben wir täglich mit Wasser geplanscht.

 Die diesjährige "Feria" - eine Art Schützenfest, nur ohne Schießen, dafür mit Pferden - begann mit dem Pferdeeintrieb durch die Gassen. Diese jungen Tiere wurden dann 2 Tage später auf dem Pferdemarkt verkauft. In verschiedenen Gattern untergebracht und ohne großes Spektakel im direkten Gespräch - also nicht wie ein Basar mit lautem Rufen. Obwohl das zu den Spaniern eher gepasst hätte.



Sonntag wurde abends ab 10Uhr die Madonna der Hauptkirche in einer großen (und verdammt lauten) Zeremonie durch das Dorf getragen. Die Madonna ist die Schutzpatronin des Ortes und wird verehrt. Anders als in Deutschland, wo Jesus im Mittelpunkt steht, findet man diese Madonnenbilder und -Statuen an und in jedem Haus. Die Zeremonie wurde von einer Blaskapelle und etwa 400 Menschen begleitet. Sie zogen direkt an unserem Haus vorbei. Man öffnet die Türen und schaltet die Lichter ein und macht trotz der Sorge um sein schlafendes Kind eine gute Mine. Luis hat davon aber nichts mitbekommen. Neben ihm hätte ein Krieg anfangen können.

Die Feria selbst besteht aus großen Zelten, in denen man essen und tanzen kann. Diese "Casetas" werden von Familien betrieben, und man benötigt eine private Einladung. Für die Allgemeinheit gibt es eine öffentliche "caseta municipal", in der die Tapas gekauft werden können. Also ähnlich dem Oktoberfest.

Luis ist das erste Mal Karussell gefahren und fand es ganz großartig.


Die Spanier machen sich abends alle richtig schick, fast aufgedonnert. Selbst die kleinsten werden herausgeputzt und zu (nach deutscher Meinung) unmöglichen Zeiten mit rausgeschleppt. Vor 22Uhr braucht man da gar nicht losgehen.

Ich habe die Hoffnung, in Schwiegermutters Flamencokleid zu passen, schon vor dem Urlaub aufgegeben und mir nach einem Burda Schnitt selber eins genäht. In zwei Wochen war das gut zu schaffen und ich habe mich den einen Abend sehr wohl darin gefühlt. Auch wenn ich - entgegen der Versprechungen der Broschüre - als einzige ein Flamencokleid anhatte. Vielleicht hat es auch Luis mit seinem Anzug wieder rausgerissen? Der süße 3 Teiler ist von H&M, die kleine Fliege an seinem Hemd habe ich aus dem grünen Stoff des Kleides neu genäht (eine ziemlich hässliche in orange war dran).


Die restlichen Tage haben wir mit Wasserspaß im Garten, dem Nachbarsmädchen Marta, auf dem Spielplatz oder abends bei Freunden verbracht. Am Tag vor der Rückreise haben wir eine Ausflug nach Aracena gemacht um dort eine Tropfsteinhöhle anzusehen.
Auf dem Rückweg sind wir über Riotinto und Minas del Riotinto gefahren. Dort wird in einem rieseigen Tagebau Eisenerz abgebaut. Das gab der Stadt und dem Fluss auch den Namen.

Die Rückreise verlief problemlos, Luis hat im Flieger unter unseren Sitzen geschlafen :)
Seit dem Urlaub aber kann er nicht mehr alleine einschlafen - und vor allem nicht durchschlafen. Vorher legten wir ihn ins Bett und hatten 12h Ruhe.  Aber wir hoffen das Luis da zurück finden kann.

Katze und Garten haben unseren Urlaub gut überstanden - zum Garten demnächst hier mehr!

Bis dahin, macht es euch schön mit dem beginnendem Herbst!



Mittwoch, 17. August 2016

Mein Kleingarten (03)


Im Garten hat sich eine Menge getan, wir waren fleißig!

Die Hochbeete sind platt gemacht. Die Erdmasse haben wir auf einer Fläche von 4x6m verteilt, mit Douglasienbrettern umrandet und darauf ein kleines Beet für Luis und zwei größere für mich angelegt. Bei Luis wachsen Walderdbeeren und Salat, bei mir Salate, Tomaten und frisch gesäte Radieschen, Rote Beete und Kohlrabi.

Auf den Bildern seht ihr einen kleinen Miniwald aus, na, wer kann es erraten? Brennnesseln! Ich könnt fluchen! Die riesigen Brennnesseln, die auf den Hochbeeten standen, haben ausgesamt, und wir haben die Erde schön breit gemacht und gut gewässert. Das gemeine an diesen Minipflänzchen ist, das sie schon nesseln! Ich habe sie nur bei den frisch gesäten herausgerupft, die anderen hole ich mir wenn sie größer sind.




Die Himbeeren wurden seit 5 Jahren - mindestens - nicht ausgeschnitten. Das habe ich in 2 Tagen auf den Knien erledigt. Himbeeren und Brombeeren tragen nur gut an den einjährigen Trieben. Das heißt alles was dieses Jahr Früchte getragen hat, und die Triebe der vergangenen Jahre wird direkt am Boden abgeschnitten. Insgesamt sind etwa 40 Stöcke mit je etwa 5 Trieben übrig geblieben. Die Schnüre habe ich neu gespannt und den Boden gemulcht. Nächstes Jahr wird es reiche Ernte geben!

Schwarze und Rote Johannisbeere habe ich ebenfalls ausgedünnt.




Luis freut sich sehr über den Freiraum im Garten. Ich kann ihn "frei laufen" lassen, denn ich weiß ihn da gut aufgehoben. Dieses coole Gefährt hat er letztes Weihnachten / zu seinem ersten Geburtstag von seiner Tante bekommen. Im Boden ist eine Art Wanne eingebaut, auf der seine Füße abstellen kann. Diese Wanne kann nach hinten verschoben werden, und Luis wetzt nun wie Fred Feuerstein durch den Garten!




Bald geht’s nach Spanien, zur Oma! Zwei ganze Wochen Hotel Oma. Wir freuen uns sehr drauf. Die Reisevorbereitungen laufen. Vom Reisepass bis zum Ausgeh-Outfit für die Feria, eine Art Schützenfest, zu der alle, auch die kleinsten aufgetakelt werden. Vielleicht passt mir ein Flamenco Kleid aus dem Kleiderschrank der Schwiegermutter?

Bis bald!

Sonntag, 17. Juli 2016

Mein Kleingarten (02)


Es gibt neues von der Gartenfront:
Es hat geklappt mit dem Kleingarten. Nur 2 Wochen nach dem ersten Kontakt konnte ich das Stückchen Land mein Eigen nennen.
Kommt mit auf eine Führung, und ich zeige euch, was ich mit Hilfe meines Mannes und einem guten Freund alles schon geschafft habe:

Wir starten am Tor und gehen im Uhrzeigersinn in jeden Winkel:
In den ersten Tagen haben wir die Hecke außen am Grundstück geschnitten. Der Vorpächter hat mir eine elektrische Heckenschere überlassen.

Weiß jemand was das hier ist? Es wächst fast 2m hoch, hat Blätter dem Liebstöckel sehr ähnlich und wird in gelb blühen.
Innen am Tor steht eine Zierkirsche, die im zeitigen Frühjahr den Frühling einläutet. Am Wegesrand wuchert der Lavendel, leider wurde er - wie fast alles hier - die letzten Jahre nicht geschnitten und ist mächtig aus der Form geraten.

Vom Weg biegen wir nach links ab, kommen zu den Hochbeeten. Vorbei an einem verwitterten Rosenspalier, einem wunderschönen Sommerflieder in weiß.


Die beiden Hochbeete waren mit Brennnessel und Distel überwuchert. Hier ein Bild vorher/nachher.

Mit der el. Heckenschere haben wir den Pflanzen den Garaus gemacht. Die Brennnesseln sind schon teilweise verblüht, deswegen konnte ich sie nicht Schreddern oder auf den Kompost werfen. Ganz in der Nähe ist ein Wertstoffhof, dort habe ich die 7 !!! Säcke abgegeben.
An der Konstruktion der Hochbeete nagt auch der Zahn der Zeit - und der der Wühlmaus. Teilweise wurden sie bereits repariert, aber nach so langer Zeit ist hier nicht mehr viel zu machen.


Angelegt sind die Beete mit 1,5m Breite x 3m Länge und 60cm Höhe. Die Beetbreite sollte sich so bemessen, das man von beiden Seiten gut bis in die Mitte herankommt. Die Höhe von 60 cm nimmt dem Rücken leider keine Arbeit ab. 90cm wären besser.
Ich habe beschlossen, beide Beete platt zu machen und den Inhalt auf einer Fläche von etwa 4m x 6m zu verteilen. Die Erdschicht wird etwa 20cm hoch. Die alten Planken können teilweise noch als Eingrenzung herhalten, werden mit der Zeit aber sicher ersetzt werden müssen. Die Stämme der Tannen, die der Vorpächter entfernen musste, liegen noch auf dem Weg und werden da eine natürliche Barriere bilden.
Um meiner Anbaupflicht :) nachzukommen, werde ich 2 Beete anlegen, die mit Weidenzäunen umgrenzt werden. Luis wird ein eigenes Beet bekommen, klein aber seins.
Die restliche Fläche wird zu einem einladenden Schmetterlings-und Insektengarten verwandelt. In der aktuellen Ausgabe der "GartenFlora" (Bauernverlag) werden tolle Pflanzen vorgestellt, auf die die Falter fliegen!
Hier kommt eine wilde Ecke, bis zu der ich noch nicht durchgekommen bin. Ich weiß noch nicht was hier alles wächst, vielleicht kommen in Frühjahr auch Tulpen und Co?
Wenn wir uns in Richtung Haus umdrehen, sehen wir meinen Steingarten. Von Buchs eingefasst (der auch einen Schnitt und Düngung vertragen könnte) war hier vorher nur Wildwuchs von Lupine (Lupinus, auch Wolfsbohne / Feigbohne) und Geruchloser Kamille (Tripleurospermum maritimum) und der schönen Kronen-Lichtnelke (Silene coronaria, Vexiernelke) mit ihren grauen behaarten Rosettenblättern. Um dem Wildwuchs Einhalt zu gebieten, habe ich alles rausgenommen, umgegraben, mit einer Unkrautsperre (Steingartenvlies) belegt, mit neuen Pflanzen - und teils auch alten wieder eingesetzt und mit Zierkies belegt. Es fehlen noch etwa 60kg Kies, aber der Anfang ist gemacht. Um die Ecke an der Bank zu schließen, werde ich noch ein Stück Buchs einsetzen, denn Luis klaut sich gern ein paar Steine und tritt auf die Pflanzen.
Der nächste Bereich ist ebenfalls von Buchs eingefasst und beherbergt eine große Harlekinweide und eine - noch - Mini Magnolie. Die Magnolie wird so groß, wer auf die Idee gekommen ist, sie dort einzupferchen? Vielleicht werde ich sie an einen anderen Ort verpflanzen.

In dem Streifen am Zaun steht unter Unkraut verdeckt eine Scheinquitte -  deren Früchte essbar sind. Sie stachelt furchtbar, deswegen muss man sich weit in den Buchs lehnen um unbeschadet an ihr vorbei zu kommen.

Ein Stückchen weiter steht ein Prachtexemplar: ein Japanischer Schlitzahorn. Mit seiner blutroten Farbe ist er solch ein Hingucker. In Nachbarschaft zu der Geruchlosen Kamille sieht es toll aus. (Die Kamille hat mein Vater bei einem kurzen Gartenbesuch schon entfernt, jetzt kann der Ahorn wieder atmen).
 
Direkt am Haus wächst eine rote Kletterrose, auf dem Foto vom letzten Gartenpost steht sie in voller Blühte. Direkt daneben eine Engelstrompete (Brugmansia) mit ihren orange-roten Blütenkelchen. Mein erster Gang im Garten gilt ihr, der in allen teilen hochgiftigen Pflanze. Ich sammle alle Blütenkelche auf und schaue das nichts herunterhängt. In der nächsten Zeit werden wir sie herausnehmen und durch nicht minder schöne Kletterpflanzen ersetzen.

Auch am Teich hat sich viel getan:
Wir haben mit Bodenhülsen, großen Pfosten und Kaninchendraht einen vorläufigen Zaun gebaut. Oben auf kommen noch Halbrundlatten und an der Seite wird noch ein Tor eingesetzt. Ich habe einen neuen Durchlauffilter installiert und in die Sumpfrinne am Rand viele schöne Pflanzen eingesetzt.
Der Bereich links vom Teich soll ein Bachlauf werden, damit das Wasser aus dem Filter nicht so unschön reinblubbert.


Hinter dem Haus stehen die Beerensträucher  - und eine Birne. Dieses Jahr trägt sie 2 Früchte. Die roten und schwarzen Johannisbeeren habe ich schon zu Gelee verarbeitet, Josterbeere ebenso. Die Himbeeren sind mangels Pflege nicht so ertragreich gewesen, hier ist ein kräftiger Rückschnitt erforderlich. Die Brombeere macht sich ganz gut.


Über unseren Köpfen reifen reichlich Zwetschgen und Äpfel heran. An einer Ecke vor der Terrasse steht eine (Zier)Hasel.
Auf der andern langen Seite stehen am Zaun viele Rosen, die Johannisbeeren quellen vom Nachbarn herüber - wie auch das leidige Klebkraut. Es wuchert, trägt unglaublich viele Kletten und klebt selbst im getrockneten Zustand noch sehr. Auch das sollte nicht auf dem Kompost entsorgt werden.


Auf der Wiese ist der Sandkasten für Luis entstanden. Bei gutem Wetter gibt es ein Planschbecken dazu.



Am großen Kirschbaum hängen einige Kirschen dran, die Nachbarn im Haus haben schon laut "hier" geschrien. Auch meine Oma in Dresden möchte welche haben.

Die Terrasse stand mit Brennholz voll, das haben wir hinters Haus geräumt.

So, nun wollt ihr aber die Laube von innen sehen?
Der Flurbereich mit dem Werkzeugregal sieht noch schmuddelig aus, ganz anders als der große Raum. Den habe ich mit einem leichten mintgrün gestrichen und mit den süßen Wand Tattoos von KEKAmsterdam verziert. Luis findet den Fuchs so toll! Seht ihr den Bären, der sich am Ofen wärmt? Tische und Stühle habe ich günstig bei eBay Kleinanzeigen erstanden, die Kommode ist aus einem Möbelhaus. In der Küche steht inzwischen ein kleiner Kühlschrank und eine Doppelkochplatte, Wasserkocher und Kaffeemaschine. Die Küche werde ich auch noch streichen, genauso wie den Flur.






So, das war unser Rundgang. Ich werde ein paar Tage mit Luis in meine Heimat fahren, vielleicht wird mein Mann die Tomate und Erdbeeren gießen?

Ich hoffe es hat euch gefallen? Ihr seht selbst, es ist viel Arbeit, aber genau so habe ich es mir gewünscht.

Mittwoch, 22. Juni 2016

Karte zum Geburtstag

Mein Göttergatte hat Geburtstag! Für ihn habe ich diese -zugegeben unspektakuläre - Karte gestaltet.
Er hat den Wunsch geäußert, wieder mit dem Modellbau - diesmal eine Drone - zu beginnen, aber er habe ja gar keinen Platz. Deswegen bekommt er den Schreib - Bastel - Nähtisch (ehemals sein PC-Platz zum nächtelangen Zocken) zurück und ein kleines Startkapital für den ersten Bausatz.


[Motiv aus dem Netz mit der Cameo geplottet.
Diese Karte ist ein unverkäufliches Einzelstück und wurde zu privaten Zwecken gefertigt.
Das Urheberrecht leigt beim Designer.]


Habt es schön!

Samstag, 18. Juni 2016

Mein Kleingarten (01)

Zum 1.7.2016 habe ich mir einen Kleingarten in einer Schrebergartenkolonie nur 5 Gehminuten von hier gekauft.
Meine Großeltern haben vor über 50 Jahren ein Stück Land in der Nähe von Dresden (meinem Geburtsort) gekauft und darauf eine Laube - eher einen Bungalow - erichtet. Von Babybeinen an haben mein Bruder und ich viel Zeit dort verbracht. Mit Opa die Kartoffeln geerntet, mit Oma Himbeeren und Johannisbeeren gepflückt. Mit Nachbars Hunden getobt und Süßkirschen vom Baum gegessen bis uns schlecht wurde. Auf der Wiese gezeltet und einfach Kind sein dürfen. Wir haben Regenwürmer ausgegraben und im Sandkasten gebuddelt. Lagerfeuer gemacht und im Pool nebenan geplanscht. Die Hunde wurden verrückt wenn wir im Wasser waren. Es war großartig - ich denke gern an diese Zeit und wie Sie mein Verständnis zur Natur geprägt hat. 
In den letzten Jahren waren die Großeltern gesundheitlich nicht mehr in Lage den Garten so zu bewirten. Er wurde von einem Obst-und Gemüse-Selbstversorgergarten zu einem Zierpflanzengarten verwandelt. So einige Rarität wächst da. Unser Opa lebt inzwischen nicht mehr. Der Garten ist auf meinen Bruder und mich überschrieben, es gibt einen Pächter. Ein Junger Familienvater mit 4 Kindern. Was besseres können wir uns für den Garten nicht vorstellen. Endlich wieder tobende Kinder im Gras!

All diese schönen Erinnerungen möchte ich behalten und meinem Sohn eine grüne Kindheit ermöglichen. Lange schon habe ich den Wunsch nach einem eigenen Garten. Zwischenzeitlich stand die Idee mit einem eigenen Haus, aber der Immobilienmarkt gibt wie vielerorts einfach keine geeigneten, bezahlbaren Objekte im Stadtgebiet her. Wir könnten sicherlich außerhalb von Hannover was finden. Aber die lange Fahrtzeit zur Arbeit und ein Kitawechsel kommen für mich nicht in Frage. Deswegen nun der Kleingarten.

Im Inetrnet habe ich Kolonien gesucht, die in der Nähe sind. Es gibt ein paar hier im Umfeld. Aber nur bei einer habe ich einen Garten gefunden, in den ich mich sofort verliebt habe. 
Nach einem ersten Besuch der Kolonie und dem Blick über den Zaun war für mich bereits klar: Das ist meiner!

Er ist natürlich etwas verwildert, der Pächter wollte ihn im letzten November schon loswerden und hat dementsprechend nicht mehr allzu viel Arbeit investiert.
Die Kontaktaufnahme mit dem Vorstand, mit der Kolonieleiterin (Obfrau) und dem aktuellem Pächter war Problemlos. Bei einer Begehnung des Gartens mit dem Pächter hat er mir vieles erklärt und ich konnte den Zustand des Geländes und der Laube prüfen.
Gestern habe ich die Unterlagen (Mitgliedsantrag, Versicherung etc.) unterschrieben und warte nun voller ungeduld auf die Rechnung.
Für das Grundstück zahle ich eine Pacht von 0,42€/qm und für alle oberirdischen Aufbauten und Gewächse eine Auslöse an den alten Pächter. Dazu wird ein unabhängiger Schätzer beauftragt. Er berechnet aus allen Bäumen, Sträuchern etc. eine Summe. Die liegt hier bei 3500€. Abzüglich aller Auflagen, die der abgebende Pächter noch zu erledigen hat und ein wenig Verhandlungsgeschick zahle ich etwa 2500€. Auflagen sind Dinge, die nicht nach Kleingartengesetz, Kleingartenordnung oder der Satzung der Vereines angebaut, aufgebaut oder sonstwie entstanden sind. Zum Beispiel standen 3 Tannen auf dem Gelände. Park- und Waldbäume sind jedoch nicht zulässig. Diese Bäume hat der Pächter bereits nieder gemacht. Die Stämme liegen noch und ich werde sie als Brennholz verwenden. Oder einen kleinen Tisch und eine Bank für Luis daraus bauen. Auch der aktuell verwilderte Zustand ist ein Minuspunkt.
Der Pächter übergibt mir einen Rasenmäher und etwas Gartengerät. Vieles muss ich aber neu besorgen (ich freu mich schon auf den Baumarkt!).

 Hier seht ihr einen Plan, was da alles wächst und gedeiht:

Mit "A" sind die 3 Apfelbäume gekennzeichnet, "K" steht für die 2 Sauerkirschen und "Z" für den Zwetschgenbaum. Vorn liegen 2 Hochbeete. Am Teich (500L, etwa 1,5x1m) steht eine kleine weiße Parkbank. Hinten links am Zaun sind die 4 Himbeersträucher, schwarze und rote Johannisbeere sowie die Stachelbeere gepflanzt. Es gibt einen Kamingrill, ebenfalls mit einer Bank und in der Ecke oben rechts sind die Komposter angelegt.
Die Laube hat etwa 20qm mit einer kleinen Küche (an der Hausfront vom Bild oben ist das Küchenfenster zu sehen), einem "Wohnzimmer" mit Ofen, im Eingangsbereich abgetrennt eine kleine Toilette mit Campingklo. Dazu noch einen Dachboden, der vom Flur über eine Leiter zu erreichen ist, die aus der Dachluke herauskommt.
Die Terasse ist mit einer Pergola überdacht. Seitenwände schützen vor dem Wind. Hier rankt ein großer Weinstock. An dem Terassendach müssen wir laut Auflagen noch was ändern, denn "feste Dächer" sind als Anbauten zu sehen und die sind unzulässig. Sagt die Stadt. Nunja. Wir müssen die Doppelstegplatten demontieren und uns eine Lösung einfallen lassen die uns nicht im Regen sitzen lässt. Dafür habe ich aber ein halbes Jahr Zeit. 

Die erste Baumaßnahme wird aber den Teich betreffen. Er ist zwar nur 60cm tief, aber selbst eine Pfütze reicht um ein Kind ertrinken zu lassen. Ich werde einen Zaun drum bauen, mit Kaninchendraht und Pfosten. Ein Netz oben drüber soll nicht nur die Fische vor Räubern schützen, sondern auch den Klettermax Luis vom Baden abhalten. Das zeige ich euch aber noch mal im Detail wenn es los geht. Im nächsten Sommer könnte dann unsere Sumpfschildkröte Emma im Garten leben. Vielleicht.

Nun sitze ich wie auf heißen Kohlen, warte auf die Schlüsselübergabe und das ich endlich loslegen kann. 

Bis dahin,
habt ein schönes Wochenende!
Eure Steffi

Sonntag, 12. Juni 2016

Die neue Küche

Unsere neue Küche

Wir wohnen in einer Eigentumswohnung die vom Schnitt her so gar nicht Kindgerecht ist. Es ist eine 3 Etagen-Maissonette Wohnung. Unten liegen Küche, Waschraum, Essbereich, Bad und Kinderzimmer (ehemals unser Schlafzimmer). Über eine Treppe geht es ins Wohnzimmer mit angrenzendem Balkon. Und vom WZ wieder über eine Treppe zur "Galerie". Hier steht unser Bett, eine Menge Bücherregale, der Schreibtisch aka Nähtempel und in einem verstecktem Wandschrank noch mehr Bücher, Spiele und natürlich - Nähzeug.
Mein Göttergatte kaufte die Wohnung da gab es mich in seiner Planung noch gar nicht - und ein Kind noch weniger. Inzwischen kann Luis schon allein die Treppen rauf - aber nicht runter. Er steht gern im Wohnzimmer am Gitter und schaut mir in der Küche - eine Etage tiefer - zu und motzt weil er nicht runter kann. Da hat es der Papa schwer ihn mit Spielzeug abzulenken.

Mitte April haben wir uns einen neue Küche einbauen lassen. Es ist viel Arbeit gewesen so zu planen das wir damit Zufrieden sind. Ich hatte mir schon ausgedacht, was in welchen Schrank soll und wie er aufgebaut sein soll (Schublade oder Tür oder Auszug?) dennoch hat die Planung im Küchenstudio 5h gedauert. Unfassbar! Der Ausbau stand an einem Montag an, wir haben dann Dienstag und Mittwoch zum Streichen genutzt und um die Fußleisten anzubringen. Donnerstag und Freitag haben die 3 fleißigen Männer vom Küchenstudio alles picco bello aufgebaut. Alles ist wie wir es geplant haben. Toll. 

So sah die Küche vorher aus: Dicke schwere Möbel in einem grau, über der Spüle ein großes platzfressendes Regal in dem alles verklebte. Die Dunsthaube war schon beim Einzug defekt. Auf der rechten Seite eine Art Bar unter der wir die Getränke und Co. deponierten. Im Flur seht ihr das große Vitrinen Regal.

Beim Ausbau haben wir festgestellt, das die Maler im Flur zu faul waren die Vitrine zu verrücken, sie haben einfach drum rum gemalt. In diesem schicken orange war übrigens die ganze Wohnung. Wir haben ein helles grau und blau drüber streichen lassen.

Die neue Küche: in einem matten weiß mit dunkler Arbeitsplatte und Wandverkleidung. Die rechte Seite hat Unterschränke bekommen und ebenfalls eine Wandverkleidung - denn hier steht jetzt meine Küchenmaschine die durch die Induktionsplatte kochen kann.(Auf dem Bild steht da die Katze...) Für den Flur haben wir eine neue Lösung mit Unterschränken und Oberschränken gefunden.

Wir sind sehr zufrieden, die Arbeit geht doch leichter von der Hand wenn alles geordnet ist.